| 839 | Ein Mann namens Gozolt überträgt fünf Hörige von Oninwanc dem Kloster St. Gallen. „Aawangen“ wird das erste Mal erwähnt. | |
| 1125 | Gemäss Joh. Stumpf besteht in Aawangen eine Mühle. 1695 wird von dieser Mühle das letzte Mal berichtet. | |
| 1151 | Aawangen gehört zum Kloster Kreuzlingen. Die Kyburger sind Schirmherren. | |
| 1264 | Mit dem Aussterben der Kyburger übernimmt ein prominenter Herr die weltliche Gerichtsherrschaft und den Schutz von Aawangen: Rudolf von Habsburg. | |
| 1280 | Am 1. Mai inkorporiert (weiht) Bischof Rudolf von Konstanz die Kirche zu Aawangen. | |
| 1529 | Die Reformation fasst in Aawangen Fuss. In der Michaelskirche wird der erste reformierte Gottesdienst gefeiert. | |
| 1602 |
Hagenbuch leistet sich eine eigene Schule mit einem weltlichen Schulmeister anstelle des Pfarrers, „weil der Schulbetrieb in Aadorf arg darniederlag“. 1772 besuchten 55 Schüler den Unterricht. Pro Schüler und Woche wird 1 Schilling Schulgeld eingezogen. Thurgauer Schulkinder bezahlen 1 1/2 Schilling. |
|
| 1628 | Pestjahre! 1629 grassieren die rote Ruhr und die Pocken. Ein Drittel der Bewohner stirbt. Ganze Familien fallen dem „schwarzen Tod“ zum Opfer. | |
| Ende 17. Jh |
Erste Erwähnung vom Ortsteil „ab den Häusslen“, „Hüsslingen“ oder „Häusle“. Die einheitliche Schreibweise „Häuslenen“ setzt sich erstnach 1800 durch. |
|
| 18. Jh | Das Kleinhandwerk blüht. Die Landwirte verdienen sich ein Zubrot als Wagner, Küfer, Chorber, Schmid, Pfister (Bäcker), Weber oder Wirt. | |
| 1783 | Am 19. August wird dem Fähnrich Kaspar Gamper ein Tavernenbrief ausgestellt. Gamper darf als (vorläufig) einziger in seiner Wirtschaft „zum Häusli“ Esswaren verkaufen und eigenen Wein ausschenken. | |
| 1798 | Die Franzosen marschieren in die Eidgenossenschaft ein. Trotz unmittelbarer Nähe zum Kriegsschauplatz - die französischen Kanonen stehen auf dem Hungersbühl, die Österreicher sind unterhalb des Spitals stationiert - wird Aawangen von beiden Parteien verschont. | |
| 1803 |
Der Thurgau wird eigenständiger Kanton der Helvetik. Die Aawanger sind wohl noch mit dem Kloster Kreuzlingen durch ihre Lehen verbunden, die Leibeigenschaft wird jedoch aufgehoben. 232 „freie“ Menschen zählt man in den fünf Ortsteilen. |
|
| 1804 | Die Aawanger gründen einen Schulfonds. Als erster Lehrer unterrichtet Jacob Lüthi in seiner Wohnstube. | |
| 1827 | Die Schulstube wird nach Häuslenen verlegt und Heinrich Traber von Thundorf wird Lehrer. 42 Jahre lang unterweist er die Schüler von Aawangen und Häuslenen. | |
| 1879 |
Die Michaelskirche erhält drei neue Glocken. Schon beim nächsten Silvesterläuten stürzt die grosse Glocke herunter und verletzt Leutnant Ammann und Gottlieb Müller schwer. Die alte (erste) Glocke hängt noch immer im Schulhaustürmchen in Häuslenen. Sie meldete der Bevölkerung Abdankungen in Aawangen. |
|
| Ende 19. Jh |
Als Folge des Wechsels vom Ackerbau zur Graswirtschaft werden die Tierbestände vergrössert, Pferde anstelle von Ochsen oder Kühen werden als Zugtiere eingesetzt, das Arbeitstempo erhöht sich. Zwei Fabrikbetriebe entstehen an der Lützelmurg: Die Zwirnerei schliesst ihre Tore 1941 wieder, in der Haderei (Putzfädenfabrik) sortiert die Metheil AG Altstoffe. 1976 wird noch eine Kabelabbrennanlage bewilligt. Eine Zeitlang ist die Schreinerei Omag in der Burg ansässig. |
|
| 1910 | Der letzte Pfarrer verlässt das Aawanger Pfarrhaus, und der Aadorfer Pfarrer übernimmt dessen Ämter und Pflichten. Das Pfarrhaus dient vorerst als Alterssitz für pensionierte Pfarrherren, jetzt ist es ein beliebtes Haus für Klassen- oder Jugendlager, Geburtstagsfeste und andere Anlässe. | |
| 1914 | Tüschen schliesst sich der Kirchgemeinde Gachnang an. | |
| 1918 | Die Poststelle Häuslenen wird eröffnet. | |
| 1920 | Das erste Auto TG 766 von Käser Rüegg tuckert über die Strassen. In der Landwirtschaft beginnt die Mechanisierung. | |
| 1943-1948 |
Der Plan „Wahlen“ ist Auslöser für die Güterzusammenlegung. Das heutige Flurstrassennetz entsteht. Die Bewirtschaftung kann rationeller gestaltet werden. Die Rietflächen werden entwässert, unproduktive Flächen verschwinden, der Ackerbau wird wieder ausgedehnt. Die Anzahl der Betriebe nimmt ab, die Verbleibenden erhalten aber eine existenzsichere Grösse. Nebenerwerbslandwirte wandern in die Industrie ab. |
|
| 1948 - 1963 |
Die Kantonsgrenze zu Hagenbuch wird neu gezogen. Die erste bis achte Klasse wird im Häuslener Schulhaus unterrichtet. Im neuen Schuljahr wechselt die Realschule nach Aadorf, ein Jahr später nach Matzingen. Die Sekundarschüler müssen nach Frauenfeld. |
|
| 1967 - 1970 | Die Autobahn schneidet das Gemeindegebiet in zwei Teile. | |
| 1967 |
Die evangelische Kirchgemeinde Aawangen schliesst sich mit Aadorf zur Kirchgemeinde Aadorf-Aawangen zusammen und folgt dem Beispiel der Katholiken. Kirchlich bilden Aadorf und Aawangen nun eine Einheit. |
|
| 1970 |
Waren es 1860 noch 253 Einwohner, stehen bei der Volkszählung nur noch 222 Personen zu Buche. Zögernder Beginn des Zuzuges und der damit verbundenen Bautätigkeit. |
|
| 1971 |
Aawangen schliesst sich dem Oberstufenkreis Halingen an. Die Sekundarschule bezieht das neugebaute Schulhaus. 1993 zügelt auch die Realschule von Matzingen in die erweiterte Halinger Schulanlage. Angestrebt wird heute ein erneuter Wechsel nach Aadorf, damit die neue Gemeinde politisch, kirchlich und schulisch eine Einheit bildet, wie es die Kantonsverfassung empfiehlt. |
|
| 1973 | Ein zunächst auf privater Basis geführter Kindergarten erleichtert den Kleinen die Einschulung. | |
| 1978 | Der Bericht der „Kommission Kramer“ sieht einen Anschluss an die Gemeinde Matzingen. | |
| 1979 | Die Neuzuzüger machen sich bemerkbar, so kann der Steuerfuss von 85% 1971, 75% 1972 und 65% 1973 auf 60% gesenkt werden. | |
| 1978 - 1987 | Einzelne Klassen besuchen die Primarschule Matzingen. Die Schülerzahl steigt. | |
| 1985 |
Der Bauboom nimmt beängstigende Formen an. Die notwendige Infrastruktur wird nach Fertigstellung in Häuslenen auch in Aawangen der Zeit angepasst. Die Gemeinde übernimmt die Flur- und Entwässerungskorporation. |
|
| 1986 | Umzonung von Landwirtschaftsland für die geplanten Schulbauten. | |
| ab 1987 |
Alle Primarschüler werden wieder in Häuslenen unterrichtet. Für ein Jahr besteht nochmal eine Gesamtschule 1.-6. Klasse. Die sprunghaft gestiegenen Schülerzahlen lassen das alte Schulhäuschen aus allen Nähten platzen. |
|
| 1988 | Im zweiten Anlauf wird die neue Kantonsverfassung gutgeheissen. | |
| 1988 |
An der Strasse nach Huzenwil an schönster Aussichtslage kann der Neubau des Schulhauses realisiert und bezogen werden. Mit einem grossen Beitrag der Ortsgemeinde wird der Schulgemeinde auch der Bau eines Gemeindesaales ermöglicht. Nun braucht es zwei Lehrkräfte, und die Schülerzahlen steigen stetig weiter … Trotz dem grossen Bevölkerungszuwachs geht es unserem Dorfladen wie vielen „Tante-Emma-Läden“, er schliesst im September seine Türen. |
|
| 1989 |
Der neue Zonenplan und das neue Baureglement werden gutgeheissen und 1991 (!) durch den RR genehmigt. Das alte Schulhaus beherbergt nach einem gelungenen Umbau den Kindergarten und eine Wohnung. |
|
| 1990 | Bei mittlerweile 465 Einwohnern wird in einer Konsultativabstimmung ein Anschluss an die zu bildende Einheitsgemeinde Aadorf befürwortet und bereits 1991 an der Gemeindeversammlung einstimmig genehmigt. | |
| 1992 | Die Schulwiese wird nach einer aufwendigen Umgestaltung zu einem Dorfplatz für Gross und Klein. | |
| 1992 - 1994 |
Die Ortsgemeinden Aadorf, Guntershausen und Wittenwil sowie die Stimmbürger der Munizipalgemeinde stimmen dem Anschluss zur Einheitsgemeinde Aadorf zu. Die Patt-Situation in Ettenhausen wird mit dem Entscheid des Kantonsrates, die Bildung der Einheitsgemeinde (auf Basis MG) auf den 1. Januar 1996 zu genehmigen, endgültig entschieden. |
|
| 1995 | Die Gemeindeordnung der (neuen) Gemeinde Aadorf wird am 25. April durch die Stimmbürger gutgeheissen. | |
Der Rückblick auf 1156 Jahre Aawangen wäre unvollständig ohne einen kurzen Blick auf das gesellschaftliche Leben im Dorf:
Landwirtschaftliche Korporationen (Milchgesellschaft, Flur-, Viehversicherungs-, Trotten- und Ackerbaukorporation) prägten in der Vergangenheit das Leben im Dorf.
Gemeinwirtschaftliche Korporationen (Wasser und Elektra), Dorfverein, Dorfzeitung, Frauenverein und Schützenverein tragen heute zu einem guten Kontakt unter der mehrheitlich in den letzten Jahren zugezogenen Bevölkerung bei.
Ein Findling auf dem kleinen Platz vor der Kirche in Aawangen erinnert mit den in Stein geschliffenen Jahreszahlen und dem Gemeindewappen an vergangene Zeiten.
| Arbeitsgruppe Dorfchronik | ||
| Vorsitz/Finanzen | René Gehring | |
| Text |
Irene Baur Rudolf Boss Bruno Graf Elisabeth Hirs Willy Leutenegger |
|
| Aktuar/in |
Helene Mötteli Rodolphe Mötteli |
|
| Druck | Jakob Schudel |